Schwerpunkt

CMD und Kiefergelenk.

Kieferschmerzen, Knacken, eingeschränkte Mundöffnung, Kopfschmerzen am Morgen: Beschwerden, die oft lange zwischen Zahnarzt und Physiotherapie hin- und hergereicht werden. Ich habe das Kiefergelenkmodul als Teil meiner Ausbildung in Manueller Therapie absolviert.

Worum es geht

Unter craniomandibulärer Dysfunktion fasst man Beschwerden der Kaumuskulatur, des Kiefergelenks und der zugehörigen Strukturen zusammen. Typisch sind Schmerzen beim Kauen, Gelenkgeräusche, eine eingeschränkte oder abweichende Mundöffnung, Verspannungen im Nacken und Kopfschmerzen.

Die Behandlung ist keine Alternative zur zahnärztlichen Funktionstherapie, sondern ihr Gegenstück. Schiene und Physiotherapie arbeiten an unterschiedlichen Stellen desselben Problems.

Wann sie sinnvoll ist

  • Bei Schmerzen im Kiefergelenk oder in der Kaumuskulatur.
  • Bei eingeschränkter, asymmetrischer oder schmerzhafter Mundöffnung.
  • Begleitend zur Schienentherapie beim Zahnarzt.
  • Bei Nacken- und Kopfschmerzen, bei denen ein Zusammenhang mit dem Kiefer besteht.
  • Bei nächtlichem Zähneknirschen, ergänzend zur zahnärztlichen Behandlung.

Evidenz

Was die Evidenz sagt

Die wissenschaftliche Mitteilung der zahnmedizinischen Fachgesellschaften zur Therapie der CMD, erarbeitet unter Beteiligung des Deutschen Verbands für Physiotherapie, empfiehlt ausdrücklich eine Kombination aus manueller Therapie und Eigenübungen. Reversible und nicht-invasive Verfahren stehen im Mittelpunkt, irreversible Eingriffe an der Okklusion sollen vermieden werden.

Aufklärung und Selbsthilfe gelten als tragende Säulen der Behandlung: Anleitung zu Eigenübungen für die Kieferbeweglichkeit und Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.

Gleichzeitig ist die Beleglage begrenzt. Die Fachgesellschaften formulieren das selbst so, dass die Qualität der Wirksamkeitsnachweise noch substantieller Untermauerung bedarf. Wer bei CMD sichere Heilung verspricht, geht über das hinaus, was die Datenlage hergibt.

Was die Leitlinie ebenfalls betont: Bei psychosozialen Einflussfaktoren, und die sind bei CMD häufig, ist die Zusammenarbeit mehrerer Fachrichtungen notwendig.

Quelle: Wissenschaftliche Mitteilung „Therapie craniomandibulärer Dysfunktionen“ der DGFDT/DGZMK, Stand 2022, erarbeitet unter Beteiligung des ZVK.

Wie ich arbeite

Zuerst der Befund: Mundöffnung messen, Gelenkbahn beobachten, Kaumuskulatur und Halswirbelsäule untersuchen. Dann manuelle Behandlung von Gelenk und Muskulatur, intraoral und von außen.

Den größeren Anteil hat aber das, was du selbst machst: Beweglichkeitsübungen, Entlastungspositionen, Umgang mit Stressanspannung im Alltag. Genau das ist der Teil, der nachhaltig wirkt.

Wenn du in zahnärztlicher Behandlung bist, stimme ich mich gern mit deiner Praxis ab. Das ist ausdrücklich der empfohlene Weg.

Passt das zu deinem Anliegen?

Wenn du unsicher bist, schreib mir kurz, worum es geht. Beim ersten Termin klären wir mit einer ausführlichen Befundung, welche Behandlung sinnvoll ist.

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